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Führerscheinprüfung: Zu schwer, zu teuer, zu zeitaufwendig?

  • Autorenbild: mdw
    mdw
  • 11. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Die theoretische Führerscheinprüfung wird für immer mehr Fahrneulinge zur Hürde. Auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar, wo derzeit rund 1.700 Verkehrsrechtsexperten treffen, sucht man nach Lösungen.

"Wer hat schon einmal mit einem Anhänger zu tun gehabt - oder plant, einen zu fahren?", fragt Fahrlehrer Jörn Siegel an diesem Abend in der Theoriestunde seiner Fahrschule in Braunschweig. Niemand meldet sich. Trotzdem gehört das Thema fest zum Unterricht. Fahrschülerinnen und Fahrschüler müssen sich heute auf mehr als 1.100 Fragen vorbereiten. Darunter Inhalte zu E-Mobilität, Assistenzsystemen oder Fahrzeugtechnik, die viele im Alltag zunächst gar nicht nutzen. Nicht alles erscheint den angehenden Autofahrern naheliegend - gerade am Anfang ihrer Ausbildung.

"Einige Fragen haben in App nichts verloren"

Die 17-jährige Sara Weigelt lernt mit einer App die rund 1.100 Prüfungsfragen. "Am Anfang fand ich vieles ziemlich leicht, das ging intuitiv", sagt sie. "Jetzt, zum Ende habe ich aber viele Fehler drin." Vor drei Wochen hat sie mit dem Fahrschulunterricht begonnen. Auch Hanna-Carina Hille hat sich über einige Fragen gewundert: "Manche Fragen haben in der App nichts zu suchen, etwa zum Spurhalteassistenten." Das würde die Prüfung unnötig erschweren. Zumal sie sich ein Auto kaufen würde, dass diese ganzen Assistenzsysteme gar nicht hat. Ähnlich sieht das der 16-jährige Matti Quoll. Er betont aber auch: "Einen gewissen Umfang muss das alles schon haben, damit die Leute auch richtig Fahren lernen."

Hohe Durchfallquote - Experten suchen nach Ursachen

Bundesweit fällt inzwischen fast jeder dritte Fahrschüler durch die theoretische Prüfung - manche sogar mehrfach. Das zeigen Zahlen des TÜV. Die hohe Durchfallquote ist auch Thema auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar. Fachleute diskutieren dort, ob die Anforderungen zu hoch sind. Tatsächlich ist der Fragenkatalog laut Ulrike Kasper vom Fahrlehrerverband Niedersachsen stetig gewachsen. "Früher waren es vielleicht 200 Fragen, mittlerweile sind es mehr als 1.100", sagt sie. Sie sieht darin eine Überfrachtung der Prüfung und fordert, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Mehr Verkehr, mehr Stress - Lernen im echten Straßenalltag

Andere Verkehrsrechtsexperten in Goslar verweisen dagegen auf neue technische Entwicklungen in modernen Fahrzeugen und einen immer komplexeren Straßenverkehr mit E-Scootern und Pedelecs, auf den die Fahrschüler vorbereitet werden müssten. Den Vorschlag der Experten, Sonderfahrten künftig im Simulator, statt im realen Verkehr zu absolvieren, hält Fahrlehrer Jörn Siegel deshalb auch für falsch. Seit 21 Jahren bildet er Fahrschüler in Braunschweig aus. "Die Abstände und die Geschwindigkeit einschätzen, das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer erahnen - all das lässt sich nur im echten Straßenverkehr erlernen", sagt der 51-Jährige. Ein Simulator könne unterstützen, die reale Praxis aber nicht ersetzen.

Teurer Führerschein - Hoffnung auf Reformen

Ein weiteres großes Thema sind die Kosten. Laut ADAC brauchen Fahrschüler im Schnitt rund zwölf Monate bis zur Prüfung. Je länger die Ausbildung dauert, desto teurer wird sie. 3.000 bis 4.000 Euro sind inzwischen keine Seltenheit. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder will den Führerschein deshalb günstiger machen. Der ADAC unterstützt Reformideen wie Online-Theorieunterricht oder den gezielten Einsatz von Simulatoren, rechnet aber nicht mit schnellen Entlastungen. Und Fahrlehrer Jörn Siegel verweist auf steigende Ausgaben für Personal, Kraftstoff, Fahrzeuge und Versicherungen. Kurzfristig billiger werde der Führerschein kaum, schätzt deshalb auch Kathrin van Randenborgh vom ADAC.

Zeitmangel und Motivation als zusätzliche Hürden

Neben den Anforderungen und Kosten spiele auch der Zeitfaktor der Fahrschüler eine große Rolle, sagt Jörn Siegel. "Viele haben lange Schultage, Leistungsdruck und viele Freizeitverpflichtungen." Da bleibe nur wenig Raum für Theorieunterricht und Fahrstunden. Dazu käme bei manchen eine geringe Motivation. "Viele unterschätzen auch den Zeitaufwand", hat Fahrlehrer Siegel zudem bemerkt. Wer sich jedoch konzentriert und regelmäßig Zeit nehme, der könne die Ausbildung deutlich verkürzen - und damit auch Kosten senken, sagt er.

Bund und Länder wollen Reformpaket vorlegen

Am Ende bleibt die Frage, wie zeitgemäß die aktuelle Führerscheinausbildung ist. Bund und Länder wollen ein Reformpaket beschließen Auch die Verkehrsrechtsexperten in Goslar wollen Empfehlungen abgeben, die dann möglicherweise einfließen könnten. Ob es die Prüfung einfacher, günstiger oder nur anders macht, muss sich dann aber erst noch zeigen.

Text von von Sabine Hausherr Stand: 29.01.2026

Anmerkung von uns:

Wir, sowie der Verband der Fahrschulen, gehen davon aus, dass sich Änderungen (sofern es überhaupt welche geben wird) wohl bis ins nächste Jahr ziehen können.

Eine gute Nachricht.. deine Ausbildung muss trotzdem keine 3000,00 € kosten, sofern du einige Dinge beachtest:

Durchlaufe die Ausbildung konsequent und ohne Pausen. Die theoretische und praktische Ausbildung solltest du miteinander verzahnen. Eine parallel laufende Ausbildung wird dir zum besseren Verständnis der Lehrinhalte weiterhelfen, denn "Understanding-Intensive Learning" (verstehensorientiertem Lernen) ist effektiver als bloßes Auswendiglernen. Sei dir aber bewusst: Ohne „LERNEN“ wird es nichts! Sollte dir der Unterrichtsstoff trotzdem Schwierigkeiten bereiten, zögere nicht, dich an uns zu wenden. Wir werden dir (ohne zusätzliche Kosten) in Einer - oder Zweiergruppen, auch bei festgestellter Lern- und Rechtschreibschwäche, weiterhelfen. Hab einfach Vertrauen zu dir und deinem Fahrlehrer, ob mit mehr oder weniger Talent..

Schaffen kann es jeder!!


 
 
 

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